Neue IDE mit C++-Unterstützung: Erster Blick auf JetBrains Nova
Der Markt für C++-Entwicklungswerkzeuge hat einen neuen Spieler bekommen. Das Unternehmen JetBrains, bekannt für seine leistungsstarken Entwicklungsumgebungen, hat JetBrains Nova angekündigt – eine leichte, aber funktionsreiche IDE, die auf C++ und Systemprogrammierung ausgerichtet ist. In diesem Artikel teilen wir unsere ersten Eindrücke und analysieren die wichtigsten Funktionen der Neuheit.
Was ist JetBrains Nova?
Nova positioniert sich als schnellere und weniger ressourcenintensive Alternative zu CLion. Im Gegensatz zum großen Bruder versucht sie nicht, universell zu sein – der Fokus liegt ausschließlich auf C und C++, ohne Unterstützung für Java, Kotlin oder Python. Diese Entscheidung ermöglicht es Entwicklern, maximale Leistung bei Projekten jeder Größe zu erzielen.
Wichtigste Funktionen
- Blitzschneller Start und Navigation – Die IDE startet in 2-3 Sekunden, und die Code- und Navigationssuche funktioniert praktisch sofort, selbst in Projekten mit Hunderttausenden von Zeilen.
- Integriertes Build-System – Native Unterstützung für CMake, Make und Ninja. Keine Einrichtung externer Toolchains mehr nötig: Alles wird über die grafische Oberfläche gesteuert.
- Intelligentes Refactoring – Umbenennen von Variablen, Auslagern von Funktionen, Extrahieren von Klassen. Nova versteht die Semantik von C++17/20 und rührt nichts an, was nicht angefasst werden sollte.
- Visueller Debugger – Unterstützung für GDB und LLDB mit einem praktischen Dashboard zur Anzeige von Variablen, Aufrufstapel und Speicher.
- Profiling ohne zusätzliche Plugins – Integrierter CPU- und Speicherprofiler basierend auf Perf und Valgrind.
Erster Eindruck
Nach der Installation überrascht Nova mit einer minimalistischen Oberfläche. Keine überflüssigen Panels – nur Editor, Terminal und Projektbaum. Dabei sind alle benötigten Funktionen über das Kontextmenü oder Hotkeys erreichbar. Die Autovervollständigung arbeitet auf dem Niveau der Besten: Nova analysiert Typen, Templates und sogar Template-Instantiierungen im laufenden Betrieb.
Besonders erfreulich war die Arbeit mit CMake. Beim Öffnen eines Projekts erkennt die IDE automatisch die CMakeLists.txt, schlägt vor, eine Konfiguration (Debug/Release) auszuwählen und startet sofort die Konfiguration. Fehler werden in Echtzeit hervorgehoben, und Compiler-Warnungen werden bereits vor dem Build angezeigt.
Nachteile
- Noch keine Unterstützung für CUDA und OpenCL – für GPU-Programmierung muss man auf CLion oder manuelle Einrichtung zurückgreifen.
- Eingeschränktes Plugin-Ökosystem: Zum Start sind nur etwa 30 Erweiterungen verfügbar.
- Es fehlt ein integriertes Tool für die Arbeit mit Git (man muss einen externen Client oder das Terminal verwenden).
Für wen ist es geeignet?
JetBrains Nova ist eine ausgezeichnete Wahl für C++-Entwickler, die die Trägheit schwerer IDEs leid sind und ein schnelles, modernes Werkzeug ohne Kompromisse bei der Funktionalität wünschen. Besonders gefallen wird es denen, die mit Embedded-Systemen, Spiele-Engines oder hochbelasteten Serveranwendungen arbeiten.
Nova kann bereits heute im Early Access auf der offiziellen JetBrains-Website ausprobiert werden. Die Version für Linux und macOS wird in den kommenden Wochen erscheinen.