Umfrage: Welche C++-Frameworks 2024 wirklich in der Produktion eingesetzt werden

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Umfrage: Welche C++-Frameworks werden in der Produktion eingesetzt



Das C++-Ökosystem ist traditionell für seine Vielfalt bekannt, aber bei der Auswahl eines Frameworks für Produktionsprojekte lassen sich Entwickler nicht nur von Trends leiten, sondern auch von Stabilität, Leistung und langfristigem Support. Wir haben eine Umfrage unter professionellen C++-Entwicklern (über 500 Teilnehmer) durchgeführt und herausgefunden, welche Bibliotheken und Frameworks tatsächlich in kommerziellen Projekten verwendet werden – und nicht nur in Pet-Projekten.



Produktionsführer: Qt und Boost



Der unangefochtene Spitzenreiter bleibt Qt – 38% der Befragten gaben an, es in der Produktion zu nutzen. Das ist nicht überraschend: Plattformunabhängigkeit, ein ausgereiftes Ökosystem und die Unterstützung von GUI, Netzwerken und Datenbanken machen Qt in Embedded-Systemen, Desktop-Anwendungen und sogar in einigen Backend-Diensten unverzichtbar.



Auf Platz zwei liegt Boost (32%). Allerdings sollte präzisiert werden: Entwickler binden Boost fast nie vollständig ein. Meist werden einzelne Module verwendet:

  • Boost.Asio – für Low-Level-Netzwerkarbeit und asynchrone Ein-/Ausgabe.
  • Boost.Beast – als Erweiterung über Asio für HTTP und WebSocket.
  • Boost.Filesystem und Boost.SmartPtr – in Legacy-Projekten vor C++17.


Spezialisierte Lösungen: POCO, Crow, Pistache



Für die Entwicklung von Microservices und REST-APIs werden zunehmend leichte Frameworks gewählt. POCO C++ Libraries (15% der Stimmen) sind eine vollwertige Alternative zu Qt für die Serverentwicklung: modulare Architektur, Unterstützung für HTTP, SMTP, XML, JSON. POCO wird aktiv in der Fintech- und Telekombranche eingesetzt.



Crow (9%) und Pistache (6%) sind minimalistische Web-Frameworks. Crow ist besonders beliebt für Prototyping und Microservices dank einer Syntax, die an Flask erinnert. Ein Teil der Befragten merkte jedoch an, dass Crow in der Produktion nur für interne Tools und Monitoring verwendet wird, nicht für kundenorientierte Dienste.



Überraschende Favoriten



Ein interessanter Trend: 11% der Entwickler gaben an, in der Produktion überhaupt keine externen Frameworks zu verwenden und sich nur auf STL, Boost.Asio (als Header-Only-Bibliothek) und selbstgeschriebene Wrapper zu verlassen. Dies ist typisch für hochlastige Systeme (Börsen, Spiele, Embedded), wo jede zusätzliche Abstraktionsebene kritisch ist.



Besonders erwähnenswert ist cpp-httplib (5%) – eine Single-Header-Bibliothek für HTTP-Server und -Clients. Sie wird wegen ihrer einfachen Integration (einfaches Kopieren der .h-Datei) und einer für die meisten Aufgaben ausreichenden Leistung gewählt.



Schlussfolgerungen für Entwickler



Wenn Sie ein Framework für ein neues Produktionsprojekt in C++ auswählen, orientieren Sie sich an der Aufgabe:

  • GUI und Plattformunabhängigkeit – nehmen Sie Qt.
  • Netzwerk, Asynchronität, hohe Lasten – kombinieren Sie Boost.Asio + Beast oder POCO.
  • Schneller Start und Microservices – Crow oder cpp-httplib.
  • Minimalismus und Kontrolle – STL + gezielte Boost-Module.


Das wichtigste Ergebnis der Umfrage: In der C++-Produktion gibt es keine „silberne“ Lösung.

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